Wissenswertes über Sekt, Champagner und Co.

Warum heißt der Sekt Sekt?

Warum heißt der Sekt Sekt?

Über den Ursprung des Wortes gibt es verschiedene Theorien. „Siccus“, lateinisch für trocken, ist eine davon. Aus „Siccus“ wurde in Italien „Vino secco“, in Spanien „Vino seco“ und in England „Sack“, was sich allerdings eher auf Sherry bezog.

 

Letztendlich soll ein Schwank aus dem Leben Ludwig Devrients (1784-1832) zur Findung des Wortes „Sekt“ verholfen haben. Der Schauspieler hat in der Zeit zwischen 1815 und 1825 jeden Abend in einer Berliner Weinstube Champagner getrunken. Seine Paraderolle war William Shakespeares Falstaff aus Heinrich IV, der in der Originalfassung gerne dem „Sack“ zusprach. In besagter Weinstube zitierte Devrient eines schönen Abends nach einer Vorstellung „Bring mir Sekt, Schurke! Ist keine Tugend mehr auf Erden?“. Der Kellner brachte ihm aber statt dem verlangten „Sack“, nämlich Sherry, wie üblich Champagner. Das so entstandene Modewort verbreitete sich wie ein Lauffeuer und mutierte im Laufe der Zeit zu „Sect“ oder „Seckt“, wobei hier immer Champagner gemeint war. Als Begriff für Schaumwein hat sich „Sekt“ erst Ende des 19. Jahrhunderts durchgesetzt und wurde durch die Gründung des Verbandes deutscher Sektkellereien im Jahre 1894 offiziell anerkannt. Nach dem Ersten Weltkrieg durfte die Bezeichnung Champagner nicht mehr verwendet werden. Dies wurde sogar im Versailler Vertrag im Jahre 1919 so festgeschrieben.

 

Übrigens sind die Pendants zum deutschen Schaumwein oder „Sekt“ in Italien der „Spumante“, in Spanien der „Cava“, im englischsprachigen Raum der „Sparkling wine“ und im Französischen der „Mousseux“.

 

Wann ist der Sekt ein Sekt und der Champagner ein Champagner? Dieser Frage widmen wir uns in einem unserer nächsten Beiträge.

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